Termine

  • Di
    23
    Apr
    2019
    18:00Café Knallhart, von-Melle-Park 9, 20146 Hamburg

    Am Dienstag, den 23. April, um 18 Uhr im Café Knallhart.

    Über das Innenleben professioneller Frauenaufreißer vor dem Hintergrund der aktuellen Sexismusdebatten

    Die jüngsten Sexismusdebatten scheitern regelmäßig, solange die Struktur und Dynamik geschlechtlicher Ungleichheitslagen trotz aller geschlechterpolitischen Fortschritte unangetastet bleiben. Das lässt sich an den verbreiteten Diskursen über die „Krise der Männlichkeit“ ablesen, die immer wieder den Frauen, einer feministisch indoktrinierten Politik und einem allseits verbreiteten „Genderismus“ angelastet wird. Die Pick-Up-Artist-Szene stellt einen der rückwärtsgerichteten und frauenfeindlichen Lösungsversuche zu Überwindung dieser angeblichen Krise dar. Ihr Ziel ist die Restaurierung traditioneller männlicher Vorherrschaft und Überlegenheit über das weibliche Geschlecht. Als eine sektenähnliche männliche Gemeinschaft von leistungsorientierten „Verführungskünstlern“ streben ihre Angehörigen nach einem angstfreien (hetero)sexuellen Genuss durch die Kontrolle über sich, ihre Körper und die zu einem bloßen Objekt des männlichen Eroberungswettbewerbs degradierten Frauen. Als Spitze des Eisbergs stellen sie damit eine extreme Variante der nach wie vor kulturell und im vorherrschenden männlichen Habitus tief verankerten Kombination aus Sexualität, Macht und Gewaltbereitschaft dar.

    Prof. Dr. Rolf Pohl; Sozialpsychologe, Leibniz Universität Hannover, Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie

  • Do
    09
    Mai
    2019
    18:00Café Knallhart, von-Melle-Park 9, 20146 Hamburg

    Am Donnerstag, den 9. Mai, um 18 Uhr im Café Knallhart

    Innerhalb geschlechterpolitischer Diskurse der 1980er Jahre entwickelten sich, anknüpfend an feministische Kritik u. Theoriebildung, die ersten Ansätze kritischer Männer- und Männlichkeitsforschung. Zunehmend beteiligten sich dabei auch Männer an einer interdisziplinären kritischen Erforschung der Geschlechterverhältnisse. Für viele Feministinnen blieb die Frage zunächst offen, ob und wenn ja, wie Männer denkbare Bündnispartner im Kampf gegen das Patriarchat sein können. Wenn Mann den Anspruch verfolgt, kritisch über Männer und Männlichkeit zu forschen, dann ist es auch heute noch unabdingbar diese Frage offen zu halten, so die These dieses Vortrags.

    Interview mit Philippe Greif zur Veranstaltung in der TAZ am 09.05.19

    PHILIPPE GREIF arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. in Berlin, und forscht im Rahmen seiner Dissertation an der Universität Kassel zu Männlichkeitskonstruktionen in Pariser Banlieue-Vorstädten.

  • Do
    16
    Mai
    2019
    19:00Rote Flora 1. Stock, Achidi-John-Platz 1, 20357 Hamburg

    Am Donnerstag, den 16. Mai, um 19 Uhr in der roten Flora im 1. Stock.

    Auf den ‘eigenständigen Männerstandpunkt’ ist kein Verlaß”, resümierte ein Aktivist der autonomen, pro-feministischen Männerbewegung 1995 seine sechsjährige Erfahrung in organisierten Versuchen von cis Männern, sich mit Feminismus in ein Verhältnis zu setzen und aktiv Patriarchatskritik zu betreiben. Trotz aller Widersprüche und Zweifel schließen seine Ausführungen mit der Abschlussthese: “Profeministisch orientierte Männerorganisierung von Gruppen und Einzelnen ist kein Patentrezept, bleibt aber eine unverzichtbare Etappe auf dem Weg zur herrschaftsfreien Gesellschaft!”

    Heute erinnert sich fast niemand mehr an diese Bewegung, ihre Auseinandersetzungen und ihr Scheitern. Der Versuch der Emanzipation vom Leiden am Geschlecht scheint auch hier keine Geschichte zu kennen, sondern muss auf jeder historischen Stufe neu begonnen werden. Mehr noch: Für (cis) Männer als Auch-Komplizen und -Profiteure des Patriarchats ist allein der Versuch selbst notwendig widersprüchlich und prekär.

    Warum ist das so und wie stellen sich die Herausforderungen und Möglichkeiten solcher Organisationsversuche in Verhältnissen, wo einerseits eine (völkische) Rechte an der Resouveränisierung soldatischer Männlichkeit arbeitet und andererseits “Feminismus” weniger als radikale Gesellschaftskritik, denn als Label und Identitätsangebot auftritt, zu dem sich zunehmend mehr Männer bekennen? Der Vortrag versucht diesen Fragen mit einem Blick in die Geschichte, theoretischen Überlegungen und der Analyse einiger männlicher Erfahrungen nachzugehen, um Widersprüche und Notwendigkeit pro-feministischer Männerpolitik zu beleuchten.

    Kim Posster, Leipzig, publiziert zu Feministischem Materialismus und Pro-feministischer Männerpolitik

  • Do
    23
    Mai
    2019
    19:00Café Knallhart, von-Melle-Park 9, 20146 Hamburg

    Am Donnerstag, den 23. Mai, um 19 Uhr im Café Knallhart.

    Ausgehend von den Erfahrungen der neunziger Jahre, in denen kritische Männerforschung von einer gelebten Praxis emanzipativer Männer in politischen Männergruppen, Männercafés und selbstorganisierten Therapiegruppen begleitet wurde, geht der Referent der Frage nach, was es unter den gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen für eine Stärkung des politischen Engagements kritischer Männern bedürfte. Maßstab müsste der emanzipatorische antipatriarchale Gehalt eines solchen Engagements sein.

    Christian Reichert war Mitbegründer des Profeministischen Männer-Medien-Archivs und Mitherausgeber des Profeministischen Männerrundbriefs in Hamburg.

  • Di
    04
    Jun
    2019
    18:00Café Knallhart, von-Melle-Park 9, 20146 Hamburg
    Am Dienstag, den 4. Juni, im Café Knallhart
     
    „Incel“ ist die Kurzform für „Involuntary Celibate“- unfreiwillig im Zölibat lebende.
    Männer, so die Incel-Ideologie, hätten ein angeborenes Recht auf Sex, der ihnen jedoch von Frauen verweigert wird. Dafür müssen Frauen verurteilt und bestraft werden.
    Wenn das Internet nicht mehr Ventil genug ist für den eigenen Frust ob der Bösartigkeit von „Femoids“ oder der vermeintlichen Opferrolle, suchen es Incels im misogynen Terrorakt.
    Dieser Vortrag liefert einen feministischen und sozialpsychologischen Einblick in eine der wohl toxischsten Subkulturen unserer Zeit.
     
    Veronika Kracher studiert(e) Soziologie und Literatur und arbeitet als freie Journalistin. Neben materialistisch-feministischer Gesellschafts- und Kulturtheorie arbeitet sie momentan vor allem zur Alt Right-Bewegung und der neuen Rechten.